"Synthetische Gase gewinnen an Bedeutung"

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In einem Interview der Zeitschrift Prozesswärme mit dem ehemaligen Vorsitzenden der FOGI, Dipl.-Phys. Matthias Rink, werden unter anderem die Forschungsschwerpunkte der Zukunft in der Branche betrachtet. Herr Rink stellt die Frage in den Raum, ob synthetische Gase die gleiche Wechselwirkung mit den Ofenbau-Materialien, insbesondere den Brennermaterialien, haben werden oder ob durch neue Forschungsvorhaben geeignete Materialkombinationen gefunden werden müssen.

Dipl.-Phys. Matthias Rink, Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau e.V. (FOGI) und Leiter Verfahrenstechnik der Ipsen International GmbH über die Arbeit und die Bedeutung der FOGI:

„Was sind die wesentlichen Arbeitsschwerpunkte der FOGI?“

Rink: Forschungsschwerpunkte der FOGI sind die Entwicklung und Optimierung von thermoprozess-technischen Verfahren und Anlagen. Ein Schwerpunkt der Vorhaben beschäftigt sich mit der Energieeffizienz der Anlagen. Dazu gehören Themen wie Energierückgewinnung, Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft, CO2- und NOX-Reduzierung sowie die Optimierung von Verbrennungsvorgängen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Verbesserung der Werkstoffe des Ofenbaus, insbesondere hinsichtlich Umweltverträglichkeit sowie chemischer und thermischer Beständigkeit. Weitere Vorhaben beschäftigen sich mit der Produktionsoptimierung, Automatisierung sowie der Prozessoptimierung und Simulation.

„Welche technologischen Entwicklungen prägen aus Ihrer Sicht heute den Industrieofenbau?“

Rink: Industrieöfen müssen über Jahre, teilweise auch über Jahrzehnte, gleichbleibende Qualität des Wärmgutes liefern. Auf der einen Seite dürfen die Ofenbauer am Grundkonzept der Anlagen kaum et-was ändern, auf der anderen Seite müssen die Anlagen weiterentwickelt werden, so dass die CO2- und NOX-Ausstöße den aktuellen Anforderungen genügen. Insbesondere die Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf Werte, die im Jahr 2050 kleiner als 20 % sind - verglichen mit dem Stand von 1990 - stellt die Branche vor enorme Herausforderungen. Die Ofenbauer stellen sich den Aufgaben, aber diese Ziele sind nur gemeinsam mit den Anwendern und den Energieversorgern zu erreichen.


„Welche Forschungsschwerpunkte werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen?“

Rink: Wenn ich mir die aktuellen Forschungsvorhaben anschaue, sehe ich mehrere Vorhaben, die das Ziel haben, den Energie- und Materialverbrauch der Öfen während des Baus und des Betriebs zu redu-zieren. Wie am Anfang des Interviews bereits erwähnt, muss die Branche den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. Wie schwierig das ist, sieht man in der Autobranche. Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist ohne Anstieg des NOx-Austoßes nicht einfach zu realisieren. Ob alle Anlagen zukünftig elektrisch beheizt werden können ist fraglich, insbesondere wenn keine neuen Hochspannungsleitungen zeitnah errichtet werden können. Ich gehe davon aus, dass zukünftig mehr synthetische Gase zum Beheizen der Anlagen verwendet werden. Die Anlagen könnten auf diese Weise CO2-neutral betrieben werden. Es wird sich zeigen, ob diese synthetischen Gase die gleichen Wechselwirkungen mit den Ofenbau-Materialien, insbesondere den Brennermaterialien, haben werden oder ob durch neue Forschungsvorhaben geeignete Materialkombinationen gefunden werden müssen. Je nach Wasserstoffgehalt der synthetischen Gase muss auch deren Eignung als Prozessgas untersucht werden. Hier gibt es bereits Überlegungen, synthetische Gase auf ihre Eigenschaften und Wechselwirkungen zu untersuchen. Synthetische Gase gewinnen an Bedeutung.


In dem Interview beantwortet Herr Rink noch weitere Fragen zum Thema Arbeit und Bedeutung der FOGI. Lesen Sie das vollständige Interview im Downloadbereich.


Quellenhinweis „PROZESSWÄRME Ausgabe 4/2018, www.prozesswaerme.net

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