Erdgasversorgung sicherstellen

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Energieversorger und Anlagenbauer haben unterschiedliche Anforderungen an Gasqualität. Der VDMA vertritt die Interessen des Maschinenbaus in nationalen und internationalen Gremien.

Geringe Schwankungen der Gasbeschaffenheit (hier Wobbeindex) von plus/minus 2 Prozent im Erdgasnetz gibt es jetzt schon. In Zukunft werden sie größer und häufiger auftreten - bedingt durch die Nutzung neuer Energiequellen wie Flüssiggas und Biogas, die dem Verbraucher zugänglich gemacht werden. Dies betrifft industrielle, gewerbliche
und häusliche Gasverbraucher. Bei stark schwankender Gasqualitäten müssen alle Gasverbraucher die Erfordernisse
erfüllen – entweder durch Anpassung, Umbau oder Ersatz. Eine Alternative wäre eine Konditionierung der Gasqualität. Bei der Neudefinition der Erdgasqualität sollte deshalb eine Kosten-Nutzen-Analyse berücksichtigt werden.

EU strebt Harmonisierung an
Die EU hat den Gedanken einer sicheren Erdgasversorgung aufgegriffen und setzt sich für eine Harmonisierung der Gasqualität beziehungsweise eine Neudefinition der Gasbeschaffenheit ein. Dafür sollte das Europäische Komitee für Normung CEN im Auftrag der EU eine Norm entwickeln, die Grenzen vorgibt.
Technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sollten berücksichtigt werden. Diese Norm (EN 16726) ist 2015 erschienen und wurde national umgesetzt. Eine
Verpflichtung, sie europäisch oder national anzuwenden, besteht jedoch nicht.

Anforderungen an die Gasqualität
Bei der Erarbeitung der EN 16726 sind die unterschiedlichen Anforderungen an die Gasqualität aus Sicht der Energieversorger einerseits, und die der industriellen und
häuslichen Anlagenhersteller andererseits deutlich geworden. Erstere wünschen eine möglichst große Schwankungsbreite, Letztere eine möglichst geringe Schwankungsbreite.
Auf „Drängen“ der EU-Kommission ist die soeben erschienene EN 16726 sofort zu überarbeiten, da sie nur Anforderungen an die Methanzahl und sonst keine verbrennungstechnischen Parameter enthält. Selbst der Wobbeindex fehlt, da sich die CEN-Arbeitsgruppe nicht auf ein Intervall einigen konnte. Die Anforderungen
an den maximalen Schwefelgehalt (30 Milligramm pro Kubikmeter in Europa und 8 Milligramm pro Kubikmeter in Deutschland) sind auch noch zu lösen.
Heizwert, Schwankungshäufigkeit und -geschwindigkeit fehlen noch Abstimmungsgremien haben ihre Arbeit aufgenommen. Ungeklärt ist auch, wer die Kosten für die sichere Erdgasversorgung in Europa und Deutschland trägt.

Erdgas auch in Zukunft wichtig
Erdgas wird auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden neuen Klimaziele für viele Anwendungen im häuslichen, gewerblichen und industriellen Bereich auf absehbare Zeit weiterhin einen großen Beitrag zur Energieversorgung leisten müssen. Die ausreichende Versorgung der Erdgasverbraucher in der Zukunft ist eine Herausforderung die zu bewältigen ist. Einerseits kann die Reduzierung des Energieverbrauchs dazu beitragen, was seit geraumer Zeit schon vielfach mit Erfolg praktiziert wird. Andererseits müssen neben den bisher zur Verfügung stehenden Energiequellen neue erschlossen werden.