VDMA Metallurgy / Hütten- und Walzwerkeinrichtungen – Branche optimistisch ins Jahr 2019 gestartet

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Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Branche der Hütten- und Walzwerkeinrichter im Fachverband Metallurgy weisen für das zweite Halbjahr 2018 ein Umsatzplus von 11 Prozent aus und auch bei den Auftragseingängen hatte sich in diesem Zeitraum auf niedriger Vorjahresbasis der Aufwärtstrend fortgesetzt und verstärkt (plus 30 Prozent). Die Inlandsproduktion lag dabei allerdings mit einem Gesamtwert von knapp über 1,4 Mrd. Euro* um knapp 10 Prozent unter dem Vorjahr.

Branche erwartet 2019 Umsatzzuwachs von durchschnittlich 14 Prozent
Der ifo-Index der Meldergruppe ‚Hersteller von Hütten- und Walzwerksanlagen’ zur Wettbewerbsposition der Branche im Nicht-EU-Ausland sowie im Inland dokumentiert seit Jahresmitte 2018 eine durchgehend optimistischer gewordene Einschätzung, die im ersteren Fall bis an den aktuellen Rand trägt. Es spiegelt sich hierin auch das andauernde Wachstum der weltweiten Stahlproduktion, die im vergangenen Jahr in gleicher Größenordnung, wie auch 2017 bereits, zulegte (plus 4,5 Prozent).

Die Teilnehmer an der aktuellen Branchen-Konjunkturumfrage sind ebenfalls mehrheitlich für das laufende Jahr optimistisch. Im Branchendurchschnitt könnte ein Umsatzzuwachs von bis zu 14 Prozent erzielt werden. Die Rückmeldungen zur Entwicklung der Auftragslage für das Gesamtjahr 2019 deuten jedoch eher in Richtung Stagnation (plus 1 Prozent).

 

Exporte aus Deutschland 2018 auf Vorjahresniveau
Nach Schätzungen des Fachverbandes sind die Exporte der 5 großen Lieferländer der Branche – China, Italien, Deutschland, Japan und USA – 2018 um ca. 12 Prozent gestiegen. Der Trend des Welthandels, der insgesamt auf ein Volumen von 4,8 Mrd. Euro angewachsen ist, liegt leicht darunter** (ca. plus 8 Prozent). Insbesondere China, Italien und die USA konnten ihre Lieferungen deutlich erhöhen (um 20, 17 bzw.10 Prozent). Ausfuhren aus Deutschland, das drittgrößtes Exportland blieb, lagen mit 668 Mio. Euro*** knapp über Vorjahresniveau.


Exporte aus Deutschland in Schlüsselmärkte 2018 gestiegen
2018 sind die Ausfuhren der deutschen Hütten- und Walzwerkausrüster in einige Schlüsselmärkte stark gestiegen. Die Lieferungen nach China legten das zweite Jahr in Folge auf knapp über 100 Mio. Euro zu (plus 19 Prozent). Nahezu verdoppelt haben sich auf niedriger Vorjahresbasis auch die Exporte in die USA, dem nunmehr zweitgrößten Abnehmermarkt. Gute Zuwächse wurden zudem im Handel mit Indien (plus 55 Prozent), Russland (plus 31 Prozent) und Österreich (plus 135 Prozent) verbucht. In die EU28-Länder wurde insgesamt Equipment im Wert von 222 Mio. Euro exportiert, was einem Rückgang um 18 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Die Ausfuhren in die Türkei waren 2018 mit minus 81 Prozent stark rückläufig.

Für den Handel mit Lateinamerika fällt die Bilanz des vergangenen Jahres gemischt aus. Während Lieferungen nach Mexiko um 14 Prozent sanken, stabilisierten sich die Ausfuhren nach Brasilien leicht (plus 2 Prozent). In Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten konnten ebenfalls Zuwächse verbucht werden (plus 43 bzw. plus 28 Prozent).

 

Branche zwischen Optimismus und Skepsis
Trotz besserer Auslastung als im Vorjahr und dem Überwiegen positiver ‚Erwartungen für die Produktionstätigkeit der nächsten 3 Monate‘ zeigen die ‚Erwartungen hinsichtlich des Exportgeschäfts in den nächsten 3 Monaten‘ der ifo-Meldergruppe ‚Hersteller von Hütten- und Walzwerksanlagen‘ weiterhin eine Seitwärtsbewegung, wobei am aktuellen Rand die skeptischen Stimmen überwiegen.

In Bezug auf die Entwicklung auf den Exportmärkten spiegeln auch die Rückmeldungen der Teilnehmer der Branchen-Konjunkturumfrage des Fachverbandes für 2019 gemischte Erwartungen wider: Während der Blick auf die USA weiter optimistisch und für die ASEAN-Länder verhalten optimistisch ausfällt, überwiegen Stagnationserwartungen für die Mehrheit der Abnehmerländer und -regionen.

„Mit den weiter gewachsenen handelspolitischen Unsicherheiten stellen sich die Fragen nach den Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte und die metallurgischen Wertschöpfungsketten mit neuer Schärfe und belasten auch das Anlagengeschäft im Hütten- und Walzwerksbereich. Während die Branche ihre Innovations-Kompetenzen in puncto Digitalisierung und in puncto Umweltschonung bereits erfolgreich bündelt und auf der METEC in dieser Hinsicht zahlreiche Neuerungen vorstellen wird, bleiben Kostendruck und der Wettbewerb um Fachkräfte auf herausforderndem Level“, kommentiert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Metallurgy die Situation.


* Angaben zur Produktion sind vorläufig und können in den nächsten Monaten noch revidiert werden.

** Weltweite Exportdaten 2018 sind vorläufig und liegen noch nicht vollständig vor (u.a. noch nicht aus Singapur und der Türkei).

*** Wert enthält keine Gesamtanlagen.